Angespielt: Enderal für The Elder Scrolls – Skyrim
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Angespielt: Enderal für The Elder Scrolls – Skyrim

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SureAILogoSkyrim: fünf Jahre alt und doch für viele von uns Open-World-Junkies noch immer topaktuell – nicht zuletzt, weil sich die Modding-Community darin nach herzenslust austoben kann. Und welche Formen das annehmen kann, beweist Enderal, das neuste (kostenfreie) Projekt des deutschen Entwicklerteams SureAI.

Enderal als Mod zu bezeichnen, ist eine leichte Untertreibung. Tatsächlich haben wir hier eine komplett eigene Welt mit eigenen Charakteren, eigenen Landschaften und eigenen Monstern. Viele Assets wurden aus Skyrim übernommen, um eine komplett neue Geschichte zu erzählen – was für ein merkwürdiges Feeling sorgt, so als sehe man ein Theaterstück, das die Requisiten der vorangegangenen Produktion weiterverwendet. Oh, ist das eine Dwemer-Ruine? Entschuldigung, es ist eine Ruine des „Alten Volkes“. Witzigerweise funktioniert es irgendwie.

Dies ist nicht das erste Mal, dass die kreativen Köpfe von SureAI einem Elder-Scrolls-Spiel die Haut abziehen und einer ihrer eigenen Schöpfungen überstreifen: Aus Morrowind haben sie „Arktwend“ gemacht, und Oblivion verwandelte sich in „Nehrim“. Tatsächlich stammt der Protagonist des neusten Mods aus Nehrim, flieht aber nach Enderal, weil es dort keine Sklaverei und keinen Krieg gibt, die Straßen mit Gold gepflastert sind und Honig aus jedem Gully quillt.

Die Menge an Arbeit, die die Entwickler in dieses Projekt gesteckt haben, nötigt einem gezwungenermaßen Respekt ab. Für alle Charaktere wurden eigene Dialoge aufgenommenen (in deutscher Sprache), und das Talent der Sprecher ist erstaunlich – sogar bei irgendwelchen Typen, die in der Gegend rumstehen und sich beschweren, dass früher alles besser war. Irgendjemand hat sein Herzblut gegeben, um glaubhaft zu vermitteln, dass hier ein alter Sack über die Jugend meckert, und davor ziehe ich meinen Hut. Sobald ich mir einen besorgt habe.

Unglücklicherweise wiederholt das Spiel einige der Fehler, die auch schon Skyrim gemacht hat. Da wäre zum einen das schauderhafte Inventar-System sowie die Dialogauswahl, die manchmal einfach nicht zulässt, dass man bestimmte Sachen anklickt. Gut, da kann das Enderal-Team nichts für. Doch die reiche und verzweigte Spielwelt, die sie sich ausgedacht haben, wird dem Spieler einfach über den Kopf gekippt – Informationen wie „Die ersten Plonko waren Karufos, die von Miniplik nach Kraufhausen kamen und von den Inki für Zalputaka gehalten wurden“ helfen mir nicht weiter, wenn ich gerade erst in der Welt angekommen bin ich nicht mal weiß, wie man ein Schwert schwingt.

Anforderungen und Kritikpunkte:

Das bringt uns zu meinem größten Kritikpunkt: der Schwierigkeitsgrad. Gleich vorneweg, ich bin nicht besonders gut in Videospielen. Merkt man vielleicht daran, wie ich Skyrim spiele. Und der leichteste Enderal-Schwierigkeitsgrad ist noch eine harte Nuss für mich. Ich weiß, ich weiß, verdammte n00bs und ihr Genörgel über Schwierigkeitsgrade, aber wenn mir die erste Ratte, der ich im Spiel begegne, die Kniescheiben rausnagen kann, dann denke ich, dass es ein kleines Problem mit der Balance gibt. Glücklicherweise gibt es in Enderal keinen so starken Kloppe-Fokus (und zur Not funktioniert der Konsolenbefehl „tgm“ hier auch).

Pro/Contra:

Pro:

  • Neue, lebendige Welt
  • Kostenlos
  • Interessante Story
  • Fantastische Musik
  • Kostenlos
  • Glaubwürdige Charaktere
  • Vertonte Dialoge
  • Kostenlos
  • Kostenlos

Contra:

  • Saftiger Schwierigkeitsgrad
  • Schreckliches Dialog- und Inventar-System
  • Keine Khajiit

Fazit:

Ich kann noch nicht so recht sagen, ob mir Enderal wirklich gefällt oder nicht. Ich kann aber jetzt schon sagen, dass es sehenswert ist: Die Welt fühlt sich lebendig an, und Ark, die Hauptstadt des Landes, ist eine der beeindruckendsten Städte, die ich je in einem Videospiel gesehen habe. Schon lange hat es mir keinen solchen Spaß mehr gemacht, in einer Spielewelt einfach nur spazierenzugehen und von Zeit zu Zeit Wolfzähne aus meiner Leber zu pulen.

Der Mod ist kostenlos und installiert sich von alleine, also ist meine Empfehlung: ausprobieren, jetzt gleich!

Meine persönliche Wertung:

80 von 100 Punkten


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